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Die von Menorca stammenden Rappen wirken wie ein Mischung aus Berber und Lusitano im deutlich barockem Typ. Sie sind erst seit elf Jahren als Rasse mit eigenem Zuchtbuch anerkannt, vorher waren es einfach nur private Reituntersätze für die Inselfeste.
Dort müssen die bis zu 150 Pferde vor allem steigen, aber auf eine Art und Weise, die einem die Haare zu Berge stehen lässt. Inmitten ziemlich beschwipster Menschenmassen versuchen nämlich immer wieder bestimmte Gruppen, die Pferde beim Steigen unter dem Bauch abzustützen und damit in der Höhe zu halten.
Das Erstaunliche daran ist, dass die Pferde das völlig gelassen mit sich machen lassen – sie sind einfach hart im Nehmen und absolut nervenstark, ohne dass man ein gewisses spanisches Temperament verleugnen könnte. Ohne Pferde kein Fest, selbst der Pfarrer muss auf Menorca mitreiten.
Die Doma Menorquina ist eine eigene einhändige Reitweise mit speziellen Lektionen, Regeln und Inselmeisterschaften. Ställe und Haltung sind den dortigen Klimaverhältnissen angepasst und im Durchschnitt für spanische Verhältnisse recht gut. Die vielen Reitvereine liegen jedoch sehr versteckt. Es gibt in Menorca kaum Familien, die nichts mit Reiten zu tun haben, aber die guten Pferde sind trotzdem schwer zu finden.
Die Preise für Menorquins sind in den letzten Jahren explodiert! Ein paar Auftritte der Rappen in Italien haben gereicht und jetzt stehen die Tiere dort als Prestigeobjekte in den Ställen der Reichen. Bei einer Population von weltweit nur 1400 Pferden ist die Auswahl auch nicht so gross.
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